Benjamin Bucher

Die ersten Früchte bringe ich dir!

Ernte-Dank-Fest<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>stefanskirche.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>371</div><div class='bid' style='display:none;'>2046</div><div class='usr' style='display:none;'>35</div>

Die Tradition des Erntedankfestes scheint heute in urbanen Gebieten eher ein Relikt aus vergangenen Tagen zu sein. Weil sie aber im übertragenen Sinn mitten in unser Leben hineinredet, schreibe ich heute ein Plädoyer für die Wiederentdeckung dieser Tradition.
Benjamin Bucher,
Ich selbst bin in einer Stadt aufgewachsen und habe nicht allzu viel botanisches Wissen. Auch habe ich in unserer Kirchgemeinde das Erntedankfest bis jetzt noch nie erlebt. Weil durch das Coronavirus unsere üblichen Festgottesdienste im September gestrichen werden mussten,
ist dieses Jahr ein Raum entstanden, der die Frage nach den Früchten weit aufmacht. Auch für uns als Familie bekam das Thema durch das Anlegen eines Hochbeetes eine neue Relevanz.
Dort wächst seit ein paar Wochen eine Zucchetti-Pflanze und ihre Früchte sind für sechs Personen absolut ausreichend.
Früchte trägt auch unser Leben, meist unaufgeregt nebenher und manchmal ganz überraschend. Den Satz der Überschrift finden wir in einem alten Text (5. Mose 26,10), der uns auch heute ans Herz legt, unseren Dank für all die Früchte dem weiterzugeben, der sie wachsen liess. So wie einzelne Zucchetti teils über Nacht zu grossen Früchten werden, ohne dass ich mehr dazu beigetragen habe, als für gute Bedingungen zu sorgen, so geht es auch mit all den anderen Früchten meines Lebens. Die Bedingungen konnten beeinflusst werden. Mehr nicht. Erntedank schenkt uns eine neue Sicht auf unsere Früchte.
Erntedank integriert in meiner Weltsicht den, der fürs Wachstum verantwortlich ist. In einer Zeit, in der der Gedanken an einen Schöpfer bei vielen relevanten Themen ausgeblendet wird, schenkt uns Erntedank eine Tür. Eine Tür zu der Dimension, die all die guten Früchte unseres Lebens mit Zufriedenheit, Glück und Zuversicht verbindet und all die schlechten Früchte in den Bereich der Versöhnung legen kann. „Die ersten Früchte bringe ich dir Gott, der Früchte sichtbar macht und uns mit der Kraft, die sogar vertrocknetes wieder zum Leben erwecken kann, verbindet.“ Am 13. September danken wir auf diese Art im Gottesdienst. Herzliche Einladung dazu.
Bereitgestellt: 28.08.2020     Besuche: 111 Monat 
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