Katrin Stalder

Blickrichtung ändern

Front Fredy Flueckiger <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Katrin&nbsp;Stalder)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>stefanskirche.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>83</div><div class='bid' style='display:none;'>2115</div><div class='usr' style='display:none;'>27</div>

Ich hatte in den vergangenen grauen und kalten Wochen fast vergessen, wie Winter sein kann. Kürzlich machten wir eine Wanderung im tiefverschneiten Jura. Einfach fantastisch! In diesen Tagen herrscht in den USA Chaos wegen der Amtsübergabe des Präsidenten. Bei uns ist kein Restaurant offen – für uns schade, für die betroffenen Wirte eine Katastrophe.
Fredy Flückiger,
Und in der Kirche finden Gottesdienste unter erschwerten Bedingungen statt. Mir kommt es vor, als wenn wir uns auch gesellschaftlich im kalten und düsteren Winter befinden. Solche Zeiten hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Hat sich König David auch wie im kaltgrauen Winter gefühlt, als er den Psalm 103 schrieb? „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat...“ Ende 2020 trafen wir uns mit meinen Brüdern und ihren Frauen zu einer Winterwanderung. Da fragte eine Schwägerin uns alle: Was waren die schönsten und erfülltesten Momente im vergangenen Jahr? Der Nachmittag und die folgenden Gespräche waren geprägt vom Fokus auf das Positive. Wir erzählten einander von beglückenden Begegnungen beim Enkelhüten, von wunderbaren Wanderungen, von erfreulichen Begebenheiten in unseren Berufen. Ich wünschte, ich hätte mehr „solche Schwägerinnen“ um mich herum, die den Fokus auf das Gute lenken, das Gott uns gibt. Ich wünschte, ich selber würde viel mehr den Fokus in Begegnungen auf das Gute lenken. Ich denke, das ist eine Entscheidung. Ich kann mich auch in düsterer Zeit entscheiden, das Gute, das Gott uns gibt, zu sehen. Es geht dabei nicht einfach um „positives Denken“. Das kann aufhören, wenn Verzweiflung und Dunkelheit sich breit machen und vernunftmässig kein Hoffnungsschimmer mehr da ist. Gerade dann sagt Jesus: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“ (Joh. 14, 19) Das ist weit mehr als „positives Denken“. Es ist eine Erfahrung, die schon viele Menschen gemacht haben. „Eifach läbig“ lautet unser neues Jahresthema. Es geht darum, die Blickrichtung zu ändern. Machen wir uns auf eine Entdeckungsreise.
Bereitgestellt: 22.02.2021     Besuche: 92 Monat 
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