Katrin Stalder

Verordnete Isolation – Einsamkeit überwinden?

IMG-20210115-WA0007 <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Katrin&nbsp;Stalder)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>stefanskirche.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>83</div><div class='bid' style='display:none;'>2125</div><div class='usr' style='display:none;'>27</div>

Die angeordnete Isolation regt zum Denken an. Im ersten Lockdown sagte Rahel Erb, Betriebsleiterin der Villa YOYO: Viele Mütter fühlen sich verlassen. Dies berührte mein Herz.
Raffaela Turchi
Daraus entstanden sind wunderbare Adventsmorgen im COFFEE&DEEDS, an welchen verschiedene Menschen einander zuhörten.Zuhören, erzählen und einander stehen lassen. Ohne zu werten und zu verurteilen. Wie schnell wird dies heute gemacht, wie oft nicht zugehört. Zuhören wollen wir bewusst im Alltag des COFFEE&DEEDS. Die Frage bewegt mein Herz täglich: Wie leben wir Gemeinschaft im Jahr 2021, wo die gesellschaftlichen Umstände isolieren, ja momentan sogar staatlich verordnet sind?

Wir sind alles Menschen auf dem Weg miteinander, zueinander und zu unserem Schöpfer. Was ich persönlich gelernt habe, ist, wenn ich die Gemeinschaft mit meinem himmlischen Vater pflege, geduldig bin und auf seine Antwort warte, mit ihm ringe, ihn suche und meine Hoffnung auf ihn setze, schenkt er mir, was ich brauche. Obwohl es auch oft darum geht, loszulassen, im Wissen, dass mein Himmelsvater ein allezeit guter Gott ist und er immer Gutes will für mich. In meinem Leben als Christin ist mir schon passiert, dass ich in Milieus gekommen bin, die mir suspekt vorkamen, ja, denen ich sogar ablehnend gegenüberstand. Ich habe aber in diesen Erfahrungen gelernt, die Schönheit des Gegenübers und so auch die göttliche Liebe für die Menschen zu entdecken. Sogar an den verlassensten und unschönsten Orten habe ich gespürt, dass Gottes Liebe da ist. Ich denke, dass wir selbst unsere eigene Einsamkeit überwinden können, indem wir zuerst unseren Schöpfer suchen, auf ihn hören und seinen Willen in dieser Welt ausführen. Und plötzlich wird dann das Kleine gross. So entdeckt man die Schätze und die Fülle im Alltag. So wirkt unser Schöpfer, anders wie wir denken, aber so, dass er unser Herz ausfüllt und dadurch die Verlassenheit und Einsamkeit immer weniger Platz finden. Er schenkt uns, was wir brauchen. Ich wünsche mir, dass durch die Umstände noch viele andere unseren Schöpfer kennenlernen und überrascht sein dürfen über seine Wege und Gedanken, die oft anders sind als die Unsrigen.

Raffaela Turchi, Leitung DEEDS
Bereitgestellt: 29.01.2021     Besuche: 84 Monat 
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