Katrin Stalder

Singen mit Händen und Füssen

unsplash.com@gabriele1965 (Foto: Katrin Stalder)

In der kleinen Serie, in der ich Orgelmusik aus verschiedenen Blickwinkeln beschreibe, stelle ich hier eine Art von Stücken vor, die eigentlich ganz einfach verständlich und gut zugänglich ist: das sogenannte Choralvorspiel. Die Grundlage für solche Stücke ist ein Kirchenlied. Dieses Lied wird auf irgendeine Art für die Orgel arrangiert. Das kann ganz schlicht gemacht oder sehr raffiniert ausgestaltet sein.
Die Idee ist, dass aus dem kurzen und einfachen Lied ein kunstvolles, vielschichtiges Stück Instrumentalmusik entsteht, das optimal in den Gottesdienst passt, wenn denn das Lied passend auswählt wird. Schade ist, wenn man das Lied gar nicht kennt. Dann weiss man nicht, worum es beim Musikstück eigentlich geht. Leider sind viele der Choralvorspiele aus dem klassischen Repertoire – alles eigentlich wunderschöne Stücke – auf Liedern aufgebaut, die wir heute nicht mehr singen. Und zu den aktuellen Liedern aus dem Popbereich gibt es (noch) keine Bearbeitungen. Um diese Lied- oder Choralbearbeitungen einmal etwas bewusst kennenzulernen, habe ich drei Lieder ausgelesen und dazu Stücke gesucht. Es sind alles Loblieder, aber aus verschiedenen Zeiten und unterschiedlich gut bekannt:
• Herr Jesu Christ, dich zu uns wend (RG 156); Choralvorspiel von Georg Böhm (18. Jh.)
• Nun danket alle Gott (RG 233); Choralvorspiel von Max Reger (19. Jh.)
• 10‘000 Gründe; Choralvorspiel von Philipp Neukom (21. Jh.)
Diese drei Stücke werden zu hören sein im Gottesdienst am 13. Juni.

Philipp Neukom, Kirchenmusiker
Bereitgestellt: 28.05.2021     Besuche: 57 Monat 
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