Karfreitag – Ostern – Auffahrt – Pfingsten?

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Wir stehen mitten in der Zeit der vielen christlichen Feiertage. Gibt es überhaupt etwas zu feiern in dieser belasteten Zeit? Hat der christliche Glaube eine Antwort auf alles Schreckliche? Hat das Christentum versagt, dass es so viel Leid gibt? Um es vorwegzunehmen: Ja, ich denke, die Christen haben versagt. Wenn wir leben würden, was Sonntag für Sonntag in den unzähligen Gottesdiensten weltweit verkündet wird, so müsste die Welt anders aussehen.
Wir würden die Schöpfung nicht mit Füssen treten und umweltverträglicher leben. Frieden würde unsere kleine und grosse Welt prägen. Die Menschen und auch wir Christen haben versagt! Wir sind nicht mehr dieselben Menschen, zu denen Gott nach vollendeter Schöpfung sagte: Es ist gut, ja sogar sehr gut. Das kommt mir vor wie Karfreitag: Jesus wird getötet. Der Tod beherrscht die Welt.

Wie bin ich doch froh, dass Karfreitag nicht der einzige Feiertag ist! An Ostern ist Jesus auferstanden, er lebt. An Auffahrt hat er die Herrschaft im Himmel angetreten, Jesus ist König. Und seit Pfingsten leitet der göttliche Geist viele Menschen. Die Welt scheint mir aber bei Karfreitag (dem Tod) stehen geblieben zu sein. Und auch Christen landen immer wieder dort. Aber das ist nicht das Ende. Ostern, Auffahrt und Pfingsten stehen dafür, dass das Leben siegt. Die christliche Botschaft ist keine leere Hoffnung. Veränderung hin zu allem Lebenspendenden ist möglich. Es gibt viele gute Beispiele, wie sich Menschen vom göttlichen Geist leiten lassen und Gutes leisten, z.B. aktuell in der Flüchtlingshilfe, oder ein ermutigendes Wort für einen Gast im COFFEE&- DEEDS weitergeben.

Der Aufruf „Kehrt um und vertraut der guten Botschaft!“ (Markus 1,15) meint nicht nur die Menschen, die ein Leben mit Jesus noch nicht kennen gelernt haben. Der Aufruf gilt auch uns Christen! Wir sollen so leben, wie sich Gott unser Zusammenleben gedacht hat: Von der Liebe durchdrungen. Wir sollen so leben, dass die Schöpfung nicht Schaden nimmt. Petrus hat Jesus verleugnet. Er ist das beste Beispiel, dass Umkehr möglich ist. Vergebung ist möglich. Kehrt um, das gilt auch immer wieder mir.

Fredy Flückiger, Sozialdiakon