Jahresbericht 2025: Begegnung wagen (Jahresthema 2025)

Begegnung wagen (Foto: Deby Bölsterli)
Er hatte seine Kappe tief ins Gesicht gezogen – ein scheinbar Fremder, der gerade aus dem COFFEE&DEEDS (C&D) gekommen war. Und doch grüsste er Matthias Käser. Dieser merkte, dass es ein winterlich vermummter, alter Bekannter war. Er sei zum ersten Mal im C&D, meinte er. Angekommen sei er entmutigt und deprimiert. Dann sei er von einer Mitarbeiterin angesprochen und in ein Gespräch verwickelt worden. Das habe ihm immens gutgetan, und er werde wiederkommen.

Begegnung wagen im Alltag – ganz natürlich, manchmal anspruchsvoll und oft so wohltuend. Das Kerngeschäft der Kirche, ganz praktisch. Dieser Jahresbericht fokussiert sich auf diesen Teil des Gemeindelebens. Freu dich auf die Fakten und Rosinen!
Dieser Jahresbericht kann nur wenige Schlaglichter vom ganzen Reichtum zeigen. Einzelne Zitate bilden nur einen kleinen Ausschnitt aus den Jahresberichten der Mitarbeitenden. Diese liegen in der Aktenauflage der Kirchgemeindeversammlung vom 12. April 2026. Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken! So finden Sie während des Jahres ganz viele Geschichten und Infos im Stefanskirche aktuell oder im Stefanskirche fokus. Fokus-Anmeldung unter: www.stefanskirche.ch/registrieren oder über den WhatsApp-Info-Chat (S.6).

Prüft alles und behaltet das Gute (Jahreslosung 2025)
Mit diesen Worten leitete Pfr. Franco Sorbara immer den Schluss und Segen seiner 34 gehaltenen Gottesdienste ein. Eine wichtige Erinnerung in einer Welt mit einer Fülle von News und Meinungen. Und auch ein Massstab für seine 28 Predigten zum Jahresthema.

Begegnung wagen mit Gott und Menschen

Das Grundanliegen

Anna Mathis schreibt: "Ich wünsche mir, dass Menschen in Hirzenbach hungrig nach Gott werden, dass wir als C&D und als gesamte Kirche Teil ihres Weges näher zu Gott sein dürfen. Menschen sollen hier ein geistliches Zuhause finden können.

Bei einigen Menschen durfte ich in den letzten Jahren miterleben, wie genau dies passiert ist. Das ist eine grosse Freude. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass dies noch mehr geschehen darf. Ich ringe oft mit der Frage, wie wir mit Menschen, die nicht im kirchlichen Kontext sozialisiert sind, noch besser einen geistlichen Weg gehen können."

Ein herrliches Bild für Begegnung wagen
Ganz besonders gut hat das das Adventsmusical „Äs Truckli voll Liebi“ auf den Punkt gebracht. Alle Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus wagen Begegnung. Das ermutigt, macht Freude und bringt Frieden und Wärme zu jedem Einzelnen. Und die 30 Kinder, die das Adventsmusical aufführten, verankerten es: Begegnung wagen lohnt sich – auch wenn es zuerst wie ein Verlust aussieht.

Hörendes Gebet
Ist Gott stumm, oder begegnet er uns hörbar?, fragen sich Sonja Sorbara und verschiedene Gruppen. Sie schreibt: "Als Trainingsgruppe Hörendes Gebet werden wir immer wieder angefragt, ob wir ‹beten kommen› könnten. Unsere Vision und unsere Aufgabe ist es aber, eine Kultur des Hörens zu etablieren. Mit anderen Worten: Wir möchten, dass alle wissen, dass sie Gott selbst hören können – und dass Eindrücke von anderen vor allem bestätigend wirken können. Darum ist es uns wichtig, andere zu befähigen bzw. ihnen bewusst zu machen, dass Gott zu ihnen persönlich spricht. Mit der Gründung des Segnungsteams, wo wir andere ins Beten hineinnehmen, ist ein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden: Öffnung und Ermächtigung – und gleichzeitig in die Abhängigkeit von Gott selbst, nicht von Menschen."

Teens
Am Go-Deep-Kurs für Teenager nahmen wieder mehr als 20 Jugendliche teil. Zusätzlich kamen (unregelmässig, z.T. auch nur einmal) kirchenferne bzw. externe Jugendliche dazu.

Begegnung wagen in der Gemeinde

Für den KidsConnect konnte Severine Jüngling als neue Hauptleiterin gefunden werden. Das grenzt an ein Wunder, denn die Leitung des KidsConnect ist eigentlich eine zu grosse Aufgabe, als dass sie als Freiwilligenarbeit durchgehen würde.

In der Gemeindeferienwoche
Fredy Flückiger schreibt: "Die organisatorische Hauptleitung war ein ganz schöner Brocken Arbeit: Nebst der Teamleitung, den Absprachen mit dem Humboldt-Institut, der Teilnehmendenadministration, dem Erstellen des Budgets und der Abrechnung wurden gefühlt von allen Teilnehmenden irgendwelche Fragen an mich gerichtet. Für die tollen Beziehungen, die gute Gemeinschaft und alles gemeinsame Erleben und Lernen hat sich diese Arbeit aber bei weitem gelohnt."

Begegnung wagen im Quartier

Kreis 12 vernetzt – ein Angebot für Menschen im Pensionsalter
Im November konnten wir bereits zwei Jahre Kreis 12 vernetzt feiern. Die verschiedenen Gruppen funktionieren selbstorganisiert. So kann die Projektleitung (Fredy Flückiger / Janine Ramdani, GZ / Denise Liebermann, Quartierverein) mehr in den Hintergrund treten.

Frauenoase Hirzenbach
Neu öffnet die Frauenoase zweimal wöchentlich ihre Türen. Frauen aus unterschiedlichen Kulturen begegnen sich, sprechen miteinander, lernen voneinander und gestalten das Programm aktiv mit. An den Vormittagen tauschen sie sich über Alltagssorgen und Themen wie Erziehung, Gesundheit, Traditionen, Feste oder Glaubensfragen aus. Dazu kommen kreative Aktivitäten wie Tanzen, Gestalten, Beauty-Morgen oder gemeinsames Kochen. Eine Spielecke ermöglicht es Müttern, ihre Kinder mitzunehmen – so entsteht eine offene, warme Atmosphäre. Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Ausflug zum Kerzenziehen, bei dem viele Frauen zum ersten Mal eine Kerze gestalten durften. (Rahel Erb)

Zehn Jahresjubiläum COFFEE&DEEDS
Bei herrlichem Wetter feierte das Quartier das nicht mehr wegzudenkende C&D. Es war ein fröhliches, abwechslungsreiches Fest. Der Anlass wurde auch gleich für die Eröffnung des Stefansplatz durch Stadträtin Simone Brander genutzt.

DEEDS – Begegnung wagen mit Notleidenden und Behörden

Eine Frau aus Nordafrika erleidet Gewalt durch ihren Mann. Es kommt zur Scheidung. Die alleinerziehende Mutter ist überfordert im Umgang mit der KESB, der Beiständin und der Kommunikation mit der Schule. Wir begleiten sie eine Zeit lang auch bei Behördengängen. Die Frau kommt wieder zu Ruhe und Stabilität – auch in der Beziehung zu ihrem Mann. Sie sagt zu Raffaela Turchi: "Ich habe keine Ahnung, woher ich die Kraft für alles nahm. Danke für deine Begleitung, das ist alles ein Wunder."

Colabora
Christoph Gottschall beschäftigte sich nebst der Belebung des COLABORA mit den Themen Offene Kirche und einem passenden Ort für Gebet für interne und externe Mitarbeitende des COLABORA. Mit diesem Anliegen im Hinterkopf führte er viele Gespräche mit Nutzenden und hofft, dass daraus konkrete Entwicklungsschritte entstehen. Da sich das COLABORA weiterhin im Aufbau befindet, bleibt auch die externe Vernetzung ein zentrales Thema. Es gibt verschiedene Hinweise, wie sich das entwickeln könnte.

Pumptrack
Der Pumptrack war eines der grossen Highlights 2025: Bau, erfolgreiches Sponsoring/Fundraising, starke Nutzung und ein sichtbaren Meilenstein bei der Eröffnung.

Begegnung wagen und pflegen

Mit Neuen und Vorgängern
Sabina Schmuki, Kirchenmusikerin: "Schon früh zeigte sich die kreative Spannweite meines Jobs: Mein erster Einsatz war gleich als E-Bassistin in einer Ad-hoc-Worship-Band bei einer Hochzeit, gefolgt von einem klassischen Orgelgottesdienst, Arrangements fürs Kirchgemeindeorchester Schwamendingen und Bandarrangements für das Weihnachtsmusical. Dank Kirchenkaffee, Pastaplausch, Gemeindeferienwoche und vielen offenen Begegnungen fühlte ich mich schnell angekommen. Auch die musikalische Gestaltung der Seniorenweihnacht zusammen mit Philipp Neukom bleibt mir in schöner Erinnerung."

Mitleitende in der Kinderferienwoche im August
Für die Kinderwoche war die Anzahl von 50 Leitenden absolut genial! So hatten die Leitenden wirklich Zeit für die Kinder. Jugendliche führten erstmals selbständig das Theater durch. Die Leitenden hatten riesigen Spass und verbreiteten eine sehr gute Stimmung, was sich auf die Kinder übertrug. Deborah Andrist organisierte die Jungleitenden-Schulung und weitere Events für jugendliche Leitende – eine wichtige Investition für gute zukünftige Leiterschaft.

Zivis und Praktikantinnen
Die Besetzung von Zivi-Einsätzen blieb herausfordernd. Dringlichkeit und Werbung wurden früh thematisiert. Um Entlastung zu schaffen, beschloss die Kirchenpflege, dass die Zivi-Option auch von Praktikanten genutzt werden kann – zu den gleichen Bedingungen. Die erste Praktikantin, Eliana Weber, ist bereits im Einsatz.

Mitarbeitenden-Gespräche
Das Ende 2024 eingeführte System der jährlichen "Kaffeegespräche" mit jemandem aus dem Leitungsteam bewährt sich sehr gut. Es stärkt die Teamdynamik, lässt uns in der Leiterschaft wachsen, fördert Mitarbeitende, drückt Wertschätzung aus und entlastet, da die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt ist.

Begegnung wagen – grosszügig und wirtschaftlich

Spendgut und Verein Leap
Es ist beeindruckend, wie grosszügig Menschen im Wirkungskreis der Kirchgemeinde sind. Durch Kollekten kamen fast CHF 66’000 zusammen. Über den Verein Leap wurden rund CHF 170’000 gespendet, davon CHF 65’000 für das Stefansviertel.

Preise COFFEE&DEEDS
C&D war geprägt von sehr guter Teamstimmung, aber auch von wirtschaftlichen Herausforderungen. Sinkende Margen, steigende Personalkosten und Investitionen machten deutlich, dass Preisgestaltung, Sortiment und betriebliche Steuerung konsequent weiterentwickelt werden müssen. Der Fokus auf Gäste, Qualität und wirtschaftlichen Erfolg wurde immer wieder bewusst im Leitungs- und Schichtleitungsteam verankert. Die guten Rückmeldungen der Gäste und der einmal mehr gesteigerte Jahresumsatz waren umso ermutigender.

Stefansviertel
Das Fundraising im Rahmen des Stefansviertels geht voran. Es ist viel Arbeit dahinter und gleichzeitig besteht Hoffnung und Zuversicht.

Ich schliesse mit einem Zitat unserer (neuen) Kirchenmusikerin, Sabina Schmuki: "Als Aussensichtlerin aus einer kleinen St. Galler Kirchgemeinde staune ich immer wieder, wie organisch und tragfähig das Miteinander in der Stefanskirche ist und wie stark die Basis den Auftrag der Kirche mitträgt. Ein riesiges Geschenk von Gott!"

Für die Kirchenpflege
Thomas Bucher,


Präsident der Kirchenpflege
Thomas Bucher

044 322 85 07


PS: Begegnungen leben auch vom Geschichtenerzählen. Erzählt sie einander – und durch eure Beiträge im Fokus-Mail, damit sich noch mehr Menschen mitfreuen können!
Viele Geschichten sind auf unserer Website zu finden:
» www.stefanskirche.ch und das entsprechende Schlagwort eingeben.